Belegärzte von Corona-Krise stark betroffen

Viele Belegärzte können durch die Schließung von Belegabteilungen und Belegkliniken aktuell Ihre Leistungen nicht erbringen. Der Bundesverband der Belegärzte gibt Hilfestellungen, wie man mit der schwierigen Situation umgehen sollte.

 

Haben Sie bitte Verständnis für die Tatsache, dass der Bundesverband der Belegärzte Ihnen keine einheitlichen Verhaltensmaßnahmen vorschlagen kann, da das Problem sehr komplex ist. So spielt z.B. eine Rolle

  • die vom Belegarzt vertretenen Fachgebiete,
  • der zugrundeliegende Belegarztvertrag zwischen Arzt und Klinik,
  • Anzahl der Belegbetten,
  • Anteil der GKV und PKV Patienten am Gesamtvolumen der Belegarzttätigkeit,
  • wirtschaftliche Bedeutung des Belegarztanteils für das jeweilige Krankenhaus,
  • generelles Verhältnis zwischen Verwaltung und Belegarzt
  • etc.

Allgemein gilt aber:

Setzen Sie sich mit der Verwaltung/Leitung Ihres Krankenhauses ins Benehmen und schildern Sie Ihre Situation und skizzieren Sie Ihren Ausfall möglichst schriftlich. Auch für die Krankenhausleitungen ist die Situation mehr als angespannt....

Betreuen Sie Notfälle oder Patienten mit anderen dringlichen Indikationen (z. B. Tumore etc.), sollten Sie diese Eingriffe durchführen und sich gegenüber dem OP-Koordinator und/oder der Verwaltung durchsetzen; elektive Eingriffe indes gehen Ihnen nicht verloren, sondern werden nachgeholt.

Setzen Sie sich mit Ihrem Berufsverband in Verbindung und schildern Sie Ihre Situation.

Setzen Sie sich mit Ihrer lokalen KV in Verbindung und lassen Sie sich auch dort beraten.

Um finanzielle Schieflagen zu vermeiden, haben einige KVen bereits zugesagt, für 2020 die gewährten Abschläge/Vorauszahlungen weiterzuzahlen. Außerdem verhandelt die KBV bereits mit den Kassen, um für 2020 eine Art Schutzschirm zu bilden (z. B. Zahlung der Honorare aus dem Jahre 2019 ohne Einzelnachweis).
In der Anlage finden Sie außerdem einen Brief des Gesundheitsminister J. Spahn vom 20.03.2020, der ebenfalls eine finanzielle Unterstützung in Aussicht stellt. Alle diese Maßnahmen betreffen nur den GKV-Bereich, aber die meisten elektiven PKV-Eingriffe sind nur verschoben, nicht aufgehoben.
Der aktuellen Presse sind auch die ersten Gesetzesentwürfe des Ministeriums zu entnehmen, die allerdings nahezu täglich überarbeitet werden, aufgrund noch bestehender handwerklicher Fehler.....Wir gehen davon aus, dass sich die angedachten Entschädigungen für die Kliniken auch auf die von Belegärzten geführten Betten beziehen.

Schließlich hat der BdB einen Brief an die KBV geschrieben und um Berücksichtigung des Belegarztwesen bei den Verhandlungen mit den Krankenkassen gebeten (siehe Anlage).

Ich hoffe, Sie ein wenig beruhigt zu haben. Der BdB wird weiterhin die Interessen aller Belegärzte energisch vertreten und steht mit der KBV, der DKG und dem G-BA in engem Kontakt.